Stockschützen

Stockschützen bewahren unsere Tradition

Obwohl in unserer Region vielerorts anzutreffen, blüht der Stocksport dennoch etwas im Verborgenen, jedenfalls hält sich das überregionale, mediale Interesse in Grenzen. Er entstand und hielt sich früher vor allem in Gegenden mit zufrierenden Gewässern. Der für Männer und Frauen gleichermaßen geeignete Stocksport ist heute vor allem in Bayern und Österreich verbreitet. In Großkarolinenfeld halten die Stockschützen des SV Solidarität die Fahne hoch

Datei:Eisstockschiessen am Nymphenburger Kanal Wintersport.JPGSeit dem Aufkommen der Asphaltbahnen und ähnlicher Bahnbeläge wird ganzjährig geschossen. Das hat dem Sport gutgetan. Wer erstmals zuschaut meint zu Recht, Ähnlichkeiten mit dem italienischen Boccia oder dem französischen Petanque festzustellen. Etwas mehr Muskeln benötigt man beim Stockschießen aber schon.

Nachfolgend befassen wir ausschließlich mit dem Mannschaftssport, nicht mit Sonderformen, wie Weit- oder Zielschießen.

Einfache Regeln machen das Spiel attraktiv – Versuch einer kurzgefaßten Einführung

Zwei Mannschaften (Moarschaften) versuchen ihre Stöcke möglichst nahe am Ziel, der sogenannten „Daube“ zu plazieren. Dieser Ring mit einem Ø von 12 cm (s. rechts) steht zu Beginn jedes Spieldurchgangs mit einem Abstand von ca. 24 m von der Abspielstelle, auf dem Mittel-Kreuz im Zielfeld. Wird sie im Spiel von heranschießenden Stöcken touchiert und verschoben, gilt der neue Standort der Daube für die Spielwertung. Fliegt sie infolge Berührung aus dem Zielfeld, wird sie erneut auf dem Mittel-Kreuz plaziert.

  Die Daube

Einziges Sportgerät ist der Stock. Früher war er in einem Stück aus Holz mit einem Eisenring gefertigt. Die heutigen modernen Stöcke sind in Stiel, Stockkörper und Laufsohle zerlegbar und somit unterschiedlich aufzubauen. So kann auf jedem Untergrund und zu jeder Jahreszeit der Stock auf die Bedingungen und die eigenen Erfordernisse optimiert werden.

Auf Eis schießen die Sportler mit Gummi-Laufsohlen, im Sommer auf Asphalt bestehen die Laufsohlen aus Kunststoff. Die Härtegrade (Shores) bzw. die Reibungswerte einer Sohle entscheiden, wie der Stock auf dem Untergrund rutscht. Wer z.B. eine blaue Sohle wählt, muß am meisten Kraft aufwenden. Mancher macht eine Wissenschaft daraus und tüftelt an ganz individuellen Lösungen. Die Stöcke sind schwer, ein Stockkörper für Erwachsene wiegt zwischen 3,5 und 3,8 kg.

Spannend wird es im Spiel immer dann, wenn mehrere Stöcke um die Bestlage streiten und sich die Kontrahenten gegenseitig abschießen. Gewonnen hat den Durchgang das Team mit den meisten Stockpunkten, wobei der Stock in Bestlage, d.h. mit dem geringsten Abstand zur Daube drei Punkte einsammelt.  Je zwei Wertungspunkte holt sich aber auch jeder Stock des Teams, der näher an der Daube liegt, als der beste Stock der gegnerischen Moarschaft. Es ist natürlich nicht weiter überraschend, daß Spielstände und Ergebnisse ausgiebig begutachtet, gemessen und ausdiskutiert werden.

Wer hat hier wohl gewonnen

Die Stockschützen – eine Abteilung bietet Spiel und Spaß

Unsere nun schon seit 38 Jahren bestehende Stockschützenabteilung spielt mit ihren 22 Mitgliedern auf zwei Asphaltbahnen.  Über das Jahr nimmt sie an Turnieren bei Nachbarvereinen teil. Im Winter auch auf Eis.

Für die kommende Sommersaison sind auf eigener Anlagen einige Aktivitäten geplant, so u.a. die Dorfmeisterschaft mit den Dorfvereinen sowie ein Duathlon, bei dem es darum geht, mit Luftgewehr (Altschützen Großkarolinenfeld) und Stock das Ziel zu treffen.

Die Turniersaison startet dieses Jahr mit einem Brotzeitturnier am Freitag, den 12.5.17, ab 13.30 Uhr. Die Abteilung nimmt auch diesen Sommer wieder an der Meisterschaft in der B-Klasse des Verbandes teil. Eine vollständige Terminübersicht 2017 ist mit den Vereinsterminen zusammen in der entsprechenden Abteilung der Homepage zu finden.

Trainiert wird ganzjährig, regelmäßig dienstags ab 18.00 Uhr und freitags ab 17.00 Uhr. Das Wetter ist dabei kaum ein Hindernis. Erfahrungsgemäß fallen übers Jahr nur ca. 5-6 Trainingstage aus, weil das Wetter selbst für Hunde zu naß oder die Bahn vereist ist. Mit über 70% ist die Beteiligung am Training sehr gut, was vielleicht auch damit zu tun haben könnte, daß die Teilnehmer anschließend den Tag im Soli-Heim ausklingen lassen, Freitags übrigens mit Brotzeit. Damit da nichts schiefgeht hat man mit Karl Reif eigens einen „Brotzeitingenieur“ im Team.

Es tut sich was bei den Stockschützen

Zum Beispiel die Meisterschaften der Dorfvereine im Sommer 2016. Die „Kibitze“, oder sagt man „Geiwitzler“ gingen nach spannendem Verlauf als Sieger unter neun Teams aus dem unter hochsommerlichen Temperaturen leidenden Turnier auf unserer Anlage hervor.

Die Geiwitzler: Sieger Dorfmeisterschaft 2016 mit Abteilungsleiter Mathias Hörfurter (re)

Und im Herbst war man auch nicht untätig, schließlich war noch ein Moarschaft-Vereinsmeister zu ermitteln. Bei diesmal weniger schönem Wetter war das Team Martens, Kopp, Reif und Esterl vor dem Team Hörfurter W., Herrmann Anni, Kaffl und Bachmaier erfolgreich. Weil Mathias Hörfurter an diesem Tag auch noch seinen 40. Geburtstag mit der Abteilung feierte, ging es im Soli-Heim noch weiter.

Die Sieger der Vereinsmeisterschaft 2016, v.l, Siegfried Martens, Helmut Kopp, Karl Reif, Tassilo Esterl

Stockschießen ein Sport für Jung und Alt

Unsere Stockschützen-Abteilung ist für Sportler aller Altersklassen da. Der momentan älteste Spieler ist über 80 Jahre alt, was zeigt, wie gut der Sport auch im Alter noch auszuüben ist.  Weil aber der Alters-Ø der Abteilung inzwischen schon auf fast 70 Jahre angestiegen ist, sorgt man sich um den Fortbestand.

Daher wünscht sich Abteilungsleiter Mathias Hörfurter dringend junge Leute, die der Abteilung eine Zukunft geben können. Anläßlich der kommenden Veranstaltungen sind daher entsprechende kleine Werbeaktionen vorgesehen.

  Mathias Hörfurter

„Probieren geht über Studieren“ – Warum nicht mal schnuppern?

Stockschießen ist Bewegung in frischer Luft, was der Gesundheit sicher zuträglich sein dürfte. Pro Trainingseinheit legt jeder Teilnehmer allein eine Wegstrecke von bis zu 2 km zwischen Abspielstelle und Zielfeld zurück. Und geschossen wird dabei auch noch. Last but not least, man erlebt Geselligkeit in lustiger Runde.

Die Verletzungsgefahren sind sehr gering. Auch langjährige Schützen können sich nicht erinnern, daß es schon einmal Verletzungen oder Unfälle gab. Unsere Sportanlagen sind in einem guten, sicheren Zustand.

Interessierten bieten unsere Stockschützen kostenlose Schnupperkurse an, wofür bei Bedarf die Stöcke gestellt werden können.  Wer Interesse am Stocksport hat und/oder es gerne einmal probieren möchte, meldet sich bei:

Mathias Hörfurter,         08031 233052

Mail: mathias.jasmin@t-online.de

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